Sakramente als göttliche Liebeszeichen

SAKRAMENTE

Sakramente sind Liebeszeichen Gottes. In wichtigen Momenten des Lebens (Geburt und Sterben, Erfahrung von Schuld oder Krankheit, Übergang vom Kinder- zum Erwachsenenalter, Entscheidung für einen Lebensweg etc.) möchte die Kirche die Nähe, den Segen und Schutz Gottes durch sakramentale Zeichen und Riten erlebbar machen:

  • Taufe
  • Kommunion
  • Busse
  • Firmung
  • Ehe
  • Priesterweihe
  • Krankensalbung

Die Sakramente als Zeichen der Fürsorge und Begleitung Gottes werden an Knotenpunkten der Entwicklung des menschlichen Lebens gefeiert: 


TAUFE

Die Taufe ist der erste Schritt zur Initiation: Eingliederung in die Gottesfamilie und Pfarreifamilie. Da die Taufe im Säuglings- oder Kindesalter erfolgt, braucht es später das JA des heranwachsenden oder erwachsenen Christen: dies geschieht bei der Firmung.

"[N.],
ich taufe dich im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen"

Nach dem Bekenntnis zum christlichen Glauben wird der Täufling mit diesen Worten des Diakons bzw. Priesters in den Freundschaftsbund Gottes aufgenommen. Die Taufkerze (das Licht Christi), die Salbung mit Chrisam (Zeichen der Erwählung und Königswürde, Jesus Christus = der Gesalbte) sowie das weisse Taufkleid (Farbe der Reinheit, Zeichen der Festfreude) sind ausdeutende Riten, welche das geheimnisvolle Wirken durch die Kraft des Heiligen Geistes zu deuten helfen.

In unserer Pfarrei wird die Taufe entweder in einem Gemeindegottesdienst, in einem Familiengottesdienst (Hinführung der Kinder zum Taufverständnis) oder im Familienkreis als Wortgottesdienst gefeiert.

Interessierte Eltern melden sich einfach beim Seelsorger, der gerne bei ihnen zu Hause vorbeikommt zu einem Taufbesuch.


KOMMUNION

Das Letzte Abendmahl bzw. die Eucharistiefeier ist zum Einen die Erinnerung an den Abend vor dem Leiden und Sterben Jesu. Zum Anderen glauben wir, dass Jesus in der Messfeier sowohl im Wort Gottes als auch in Verbindung mit den Gaben Brot und Wein gegenwärtig ist. Eucharistie heisst übersetzt "Danksagung".
Wir haben wirklich allen Grund, Gott Dank zu sagen:

  • für die Schöpfung
  • für unser eigenes Leben und die Gesundheit
  • für gelungene Beziehungen in unserem Leben
  • für das heilende Wirken Jesu Christi . . .

In der Doxologie (=grosser Lobpreis) am Ende des Hochgebetes beten wir:

 Durch ihn und mit ihm und in ihm
ist dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre
jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Der regelmässige Gottesdienstbesuch ist ein Ausdruck dafür, dass wir in Verbindung mit Gott und aus seiner Kraft leben wollen. In der Mahlfeier versammelt Jesus seine Freunde, um sie im Wort Gottes anzusprechen, sie durch das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles zu stärken, sowie um Gemeinschaft (=Kommunion) zu stiften zwischen den Gottesdienstbesucher(inne)n und mit Gott.

Unter der Rubrik Gottesdienste ist das Angebot an Eucharistiefeiern aufgelistet. Wer nicht zur Kirche kommen kann und die Hauskommunion daheim, im Pflegeheim oder im Spital empfangen möchte, melde sich einfach beim Pfarramt.


VERSÖHNUNG und UMKEHR

Die Versöhnung beinhaltet verschiedene Wege zu Umkehr und Neubeginn. Diese Begriffe sind weniger belastet als Beichte oder Busse, meinen aber das Gleiche. Im Wesentlichen geht es darum, dass wir unser Leben mit den barmherzigen Augen Gottes betrachten. Wo wir schuldig geworden sind, bitten wir um Vergebung. Wer sich in schwerwiegender Art und Weise in Schuld und Sünde verstrickt hat, ist eingeladen, im Sakrament der Beichte die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren und sich so im Leben neu auszurichten.

Lossprechungsformel:

Gott, der barmherzige Vater,
hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes
die Welt mit sich versöhnt und den heiligen Geist gesandt
zur Vergebung der Sünden.
Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
So spreche ich dich los von deinen Sünden:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen.

Für die Kinder und Jugendlichen bieten wir in unserer Pfarrei einen Versöhnungsweg an.
Die Erwachsenen haben die Möglichkeit, sich in einer gemeinsamen Bussfeier vor Weihnachten oder Ostern mit ihrem Lebensweg zu versöhnen. Wer ein Beicht- oder Seelsorgegespräch mit dem Seelsorger wünscht, kann sich jederzeit beim Seelsorger melden.

  • 4.  Klasse: Versöhnungsweg und Beichtgespräch
    Esther Räber, Agata Lysakowski Katechetinnen / Marius Kaiser, Vikar
  • Firmkurs: Versöhnungsweg und Einzelgespräch mit dem Seelsorger
    Esther Räber, Katechetin - Jugendarbeiter/in / Marius Kaiser, Vikar
  • Bussfeiern für Jugendliche Erwachsene an Ostern und und Weihnachten 
    Matthias Kühle-Lemanski, Diakon und Johannes Utters, Theologe in Mettmenstetten
  • Beicht- oder Seelsorgegespräch: Jederzeit möglich nach Absprache
    mit dem Seelsorger Matthias Kühle-Lemanski

 

Die Firmung ist ein weiteres Glaubensfest. Das Firmsakrament ist eng verbunden mit der Taufe, weil hier der Heranwachsende eine Entscheidung trifft und so bewusst den christlichen Glaubensweg weitergehen möchte, den seine Eltern und Taufpaten einmal begonnen hatten. 
In den deutschsprachigen Bistümern Zürich, Basel und St. Gallen findet die Firmung fast überall mit 17 Jahren plus statt, damit das Moment der persönlichen Entscheidung im reiferen Alter mehr zum Tragen kommt.
In unserer Doppelpfarrei Hausen und Mettmenstetten bleibt das Firmalter vorerst bei 15 bzw. 16 Jahren: somit  findet die Firmung wie die Konfirmation auf der 3. Oberstufe statt.
Wer den Oberstufe-Treff unserer Pfarrei besucht, kann sich am Ende der 2. Oberstufe für den Firmkurs anmelden.


TRAUUNG

Wer neben der zivilen Trauung auch kirchlich heiratet, möchte damit ausdrücken, dass die Liebe ein Geschenk Gottes ist und dass es sinnvoll und notwendig ist, den Ehebund unter Gottes Schutz und Segen zu stellen.
Heutzutage ist es meistens so, dass heiratswillige Paare zuerst eine schöne Hochzeitskirche oder -kapelle sowie ein gediegendes Restaurant für das Hochzeitsfest suchen, und sich dann auch noch nach einem Priester umsehen, der das kirchliche Ehesakrament in einer persönlich gestalteten Feierstunde "spendet".
Es ist in diesem Zusammenhang interessant zu bemerken, dass das Sakrament der Ehe (d.h. der Bund mit dem Partner/der Partnerin und mit Gott) das einzige der sieben Sakramente ist, das eben gerade nicht der Priester spendet, sondern das sich die Brautleute selber durch das JA-Wort schenken!

Auszug aus dem Ehesegen:

Wir preisen dich, Gott, unser Schöpfer...
Den Menschen hast du erschaffen
als Mann und Frau und ihre Gemeinschaft gesegnet...
...Die Gemeinschaft von Mann und Frau
hast du so zu einer neuen Würde erhoben
und die Ehe als Bund der Liebe und als Quelle des Lebens vollendet...
So bitten wir dich, menschenfreundlicher Gott,
schau gütig auf [N.] und [N.],
die deinen Segen erhoffen.
Dein Heiliger Geist
schenke ihnen Einheit
und heilige den Bund ihres Lebens...
Amen.

Angebote für Paare, die miteinander unterwegs sind und mehr über ihre Liebe und Beziehung wissen wollen: siehe "Von A-Z / Links"


PRIESTERWEIHE

Mit der Priesterweihe ist wie bei den Ordensgelübden das Leben im "Zölibat" verbunden. Dieses Wort sollte nicht mit "Nicht-Heiraten" oder "Nicht-in-einer-Beziehung-Leben" definiert werden. Das Wort stammt von coeli (übersetzt Himmel) und möchte zum Ausdruck bringen, dass zölibatäre Menschen ein Wegweiser zum Himmel sind. Ihre "menschlich-nicht-gebundene" Lebensform kann ihnen die Freiheit schenken, ganz für andere dazusein und sich im alltäglichen Leben stark auf Gott zu konzentrieren. Nicht das priesterliche Leben an sich, aber das zölibatäre Leben, ist für die Priester, aber v.a. auch für die moderne Gesellschaft eine grosse Herausforderung. Aber auch heute gibt es viele, die die priesterliche Lebensweise in positivem Lichte sehen. Priester stehen im Dienste der Kirche und wollen den Menschen das Geheimnis des dreifaltig-einzigartigen Gottes in verschiedener Weise nahebringen: Liturgien, Sakramente, Verkündigung, Diakonie, Gemeinschaft, Seelsorge, Teilen von Freud und Leid...

  • Die letzte Frage des Bischofs beim priesterlichen Weiheversprechen lautet: 
    Bist du bereit, dich Christus, dem Herrn von Tag zu Tag enger zu verbinden
    und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben?
  • Weihekandidat:
    Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.
  • Zum Abschluss sagt der Bischof:
    Gott selber vollende das gute Werk, das er in dir begonnen hat.

KRANKENSALBUNG

Jeweils am 1. Sonntag im März feiern wir das Sakrament der Krankensalbung im Gottesdienst um 11.00 Uhr, der vom Chor mitgestaltet wird. In unserer Pfarrei sind alle eingeladen, dieses Liebeszeichen Gottes in Anspruch zu nehmen, die in physischer oder psychischer Art ein Leiden haben oder in einer schwierigen Lebenssituation stehen. Jeder kranke Mensch hat doch viel Gesundes an sich - und umgekehrt hat auch jeder gesunde Mensch viel krankhaftes an sich. Jede und jeder von uns bedarf der Stärkung und Salbung durch die Kraft Gottes, den Heiligen Geist.
Wer vor einer grossen Operation steht oder für eine Notsituation im Leben eine heilende Salbung wünscht, melde sich ungeniert beim Seelsorger, der Sie auch gerne zu Hause, im Pflegeheim oder Spital besucht. Auch junge Menschen dürfen diese göttliche Salbung empfangen. Wie andere Sakramente so kann auch die Krankensalbung öfter im Leben gespendet werden. Mit diesem sakramentalen Zeichen der Barmherzigkeit Gottes ist übrigens auch die Sündenvergebung verbunden!

Der Priester salbt den Kranken auf die Stirn und auf den Händen mit heiligem Öl und spricht dabei:

 "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen;
er stehe dir bei in der Kraft des Heiligen Geistes:
Der Herr, der dich von deinen Sünden befreit, rette dich,
in seiner Gnade richte er dich auf. Amen."